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Restaurant Anker
Steckborn
- Adresse:
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Spiegelgasse 7, 8266 Steckborn
- Kontakt:
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+4152-761 1390
| Nutzer-Infos |
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1 Beitrag zum Platz "Restaurant Anker" auf Deutsch
Das Restaurant Anker ist das Herz Steckborns, oder besser gesagt, seine Wirtin ist es. In der gemütlichen Stube ist jeder mindestens einmal pro Tag, um „à jour“ zu sein, mit Hilfe der Wirtin. Da sage doch einer, Kneipengeschäft wäre kein Personengeschäft. Ursula hat für jeden ein gutes Wort oder, was noch viel wichtiger ist, ein offenes Ohr. Ich bin sicher, wenn der Ort längst im Staub der Geschichte liegt, wird sich noch ein Stuhl aus dem Restaurant Anker finden, der, auf dem Ursula immer gesessen und geduldig zugehört hat.
Es gibt zwei Arten von Kundschaft: Die Gut-Esser und die Gut-Redner. Letztere nehmen am Stammtisch Platz. Es gibt einen, der hat eine rote Nase, war Metallwarenhändler und ist jetzt Rentner. Meist kommt er mit seiner Frau, was im Anker eher selten ist. Er hat in seinem Leben abertausende von Schräubchen in Händen gehabt und in Tütchen gepackt. Viele sitzen heute noch fest in manchem Partykeller.
Ein anderer ist Junggeselle und Touristen sehen ihn im Sommer auf dem schönsten Schiff der Unterseeflotte. Er ist der, der das Schiff am Poller festmacht. Er spricht von Schiffen wie von Frauen, also hat er mehrere. Wenn die Schiffe im Spätherbst in den Winterschlaf gleiten, ist er liebevoll betreuend dabei und besucht seine Gespielinnen auch bei unter Null.
Ein dritter ist pensionierter Oberstufenlehrer und Philosoph. Er kommentiert das Weltgeschehen aus Schweizer Sicht. Wenn er spricht, verstummt das allgemeine Geschwätz und man hört ihm zu. Er spricht klugerweise selten, um sich den Nimbus des Allwissenden zu erhalten. Dann gibt es natürlich wie an jedem Stammtisch die Horde der Wüstlinge. Reden wir nicht über sie, Sie hätten einen schlechten Eindruck vom Anker.
Nun zu den Gut-Essern: Sie sind im Anker, weil Ursula nicht nur Psychotherapeutin, sondern auch eine gute Köchin ist. Es sind Einheimische, die sich mal was gönnen, aber auch Segler und Fahrradtouristen. Der Bootshafen und der schöne Unterseeradweg sind nicht weit.
Lange vor Zwölf fängt Ursula an zu brutzeln und zu werkeln. Legendär ist die Hühnersuppe, die Spaghetti Bologna, der Vesperteller. Die Portionen sind sehr reichlich und liebevoll angerichtet. Zum Essen empfehle ich den Blauburgunder aus dem „Tal“, dem ersten und einzigen Steckborner Weingut. Wenn man nicht zu tief ins Glas geschaut hat, erinnert man sich am nächsten Tag noch gut an seinen vorzüglichen Abgang. Aber wie auch immer, jeder der mal da war erinnert sich gerne an Ursula, der einzig Wahren.
Deutsch






Kommentieren 5 Kommentare zu diesem Beitrag Alle anzeigen
Danke, lieber Lenz für diesen wunderbaren Einblick.
Spät entdeckt - aber eben doch! Herzallergoldigst geschrieben!
Spät ist nie zu spät.